2002:
Ein neues Großprojekt wird vorbereitet
In den Jahren
2003 und 2004 planen wir ein neues Großprojekt. Mit Unterstützung des
Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe
(BMZ) werden wir gemeinsam dieses Projekt finanzieren und durchführen. Während
meines Indienaufenthaltes im März diesen Jahres nahm ich gemeinsam mit der
Heimleitung und dem zuständigen Architekten das Projekt unter die Lupe.
Geplant ist, ein altes marodes nicht mehr
bewohnbares Gebäude auf dem Kinderheimgelände abzureißen und an gleicher Stelle
ein neues Gebäude zu errichten. Dieses Gebäude soll in erster Linie der Bildung
und Gesundheit der 280 Kinder im Heim dienen. Es wird in zweigeschossiger
Bauweise erstellt. Im Erdgeschoss befinden sich nach Fertigstellung kleinere
Klassenräume. In diesen werden die Kinder von privaten Lehrern in kleinen
Gruppen täglich Nachhilfeunterricht bekommen.

Gebäudeschnittzeichnung
links:
Grundriss Erdgeschoss
mit Klassen- und Handarbeitsräumen
Vielen Kindern, die ins Kinderheim kommen,
fehlt es an sozialen und schulischen Bezügen um erfolgreich ins öffentliche
Schulsystem integriert zu werden. Wir wollen den Kindern unter anderem in Form
von zusätzlichem Unterricht helfen, das eigene Schicksal selber zu beeinflussen
und zu verbessern. Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass einer
reibungslosen Integration der Kinder im herkömmlichen Schulsystem dann nichts
mehr im Wege steht. Sind die Kinder ins Schulsystem integriert, soll eine
kontinuierliche Unterstützung sie im Laufe der Ausbildung begleiten. Staatliche
Schulen haben z. T. Klassenstärken mit bis zu 100 Schülern und einem
überforderten und nicht ausgebildetem Lehrer. Hinzu kommt, dass die Schulen
materiell sehr schlecht ausgestattet sind.
Im Obergeschoss des Gebäudes wird eine
Arztpraxis mit einer Krankenstation eingerichtet. Regelmäßig einmal pro Woche
und zusätzlich bei Bedarf wird ein Arzt aus Rajkot hier Kinder untersuchen und
behandeln. Benötigte Medikamente werden hier aufbewahrt, sind somit ständig
verfügbar und können verteilt werden. Kranke Kinder können in den angrenzenden
Räumen zur Pflege und Genesung getrennt von ihren großen Gruppen untergebracht
werden. Ansteckungsgefahr wird minimiert.
rechts:
Grundriss
Obergeschoss mit Arztpraxis und Krankenstation
Unser Projekt befindet sich im Moment in der
Antragsphase. Vom Architekten wurden die endgültigen Pläne erstellt und zur
Genehmigung bei der Stadt Rajkot eingereicht. Von mehreren dort ortsansässigen
Firmen werden nun Angebote eingeholt. Wir schätzen das Gesamtvolumen des
Bauvorhabens inkl. aller Abriss, Material- und Lohnkosten für das neue Gebäude
auf ca. 70.000 €. Nach Eingang der Angebote werden wir einen Finanzierungsantrag
beim Bundesministerium stellen. Wir hoffen auf einen Mittelzuschuss von ca.
50.000 €. Läuft alles nach Plan, werden die Bauarbeiten wenigen Wochen beginnen.
Nutzbar ist das Gebäude dann Mitte 2004.

2003:
Das neue Gebäude für Bildung und Gesundheit macht Fortschritte
Unsere
Planungen aus dem Jahr 2002, ein Gebäude für Bildung und Gesundheit auf dem
Gelände des Kinderheims zu errichten, nehmen immer mehr Form an. Es lief bisher
alles so reibungslos, dass man eigentlich schon von einem Richtfest reden kann.
Zur
Erinnerung:
Geplant war,
ein altes, marodes, nicht mehr bewohnbares Gebäude auf dem Kinderheimgelände
abzureißen und an gleicher Stelle ein neues Gebäude zu errichten. Dieses Gebäude
soll in erster Linie der Bildung und Gesundheit der 280 Kinder im Heim dienen.
Es wird in zweigeschossiger Bauweise erstellt. Im Erdgeschoss befinden sich nach
Fertigstellung kleinere Klassenräume. In diesen werden die Kinder von privaten
Lehrern in kleinen Gruppen täglich Nachhilfeunterricht bekommen.
Vielen
Kindern, die ins Kinderheim kommen, fehlt es an sozialen und schulischen
Bezügen, um erfolgreich ins öffentliche Schulsystem integriert zu werden. Wir
wollen den Kindern unter anderem in Form von zusätzlichem Unterricht helfen, das
eigene Schicksal selber zu beeinflussen und zu verbessern. Erfahrungen der
letzten Jahre haben gezeigt, dass einer reibungslosen Integration der Kinder im
herkömmlichen Schulsystem dann nichts mehr im Wege steht. Sind die Kinder ins
Schulsystem integriert, soll eine kontinuierliche Unterstützung sie im Laufe der
Ausbildung begleiten. Staatliche Schulen haben z.T. Klassenstärken mit bis zu
100 Schülern und einem überforderten und nicht ausgebildeten Lehrer. Hinzu
kommt, dass die Schulen materiell sehr schlecht ausgestattet sind. Auch in
diesem Jahr haben wir u.a. wieder Mittel in Höhe von 6.500 EURO für
Nachhilfelehrer bereitgestellt.
Im
Obergeschoss des Gebäudes wird eine Arztpraxis mit einer Krankenstation
eingerichtet. Regelmäßig einmal pro Woche und zusätzlich bei Bedarf wird ein
Arzt aus Rajkot hier Kinder untersuchen und behandeln. Benötigte Medikamente
werden hier aufbewahrt, sind somit ständig verfügbar und können verteilt werden.
Kranke Kinder können in den angrenzenden Räumen zur Pflege und Genesung getrennt
von ihren großen Gruppen untergebracht werden. Ansteckungsgefahr wird minimiert.
Ende 2002
stand die Planung. Sie wurde in Zusammenarbeit mit der Heimleitung und deren
Architekten in Indien erstellt. Im Januar 2003 haben wir dann beim
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe (kurz
BMZ) in Bonn unseren Projektantrag eingereicht. Dieser ca. 100-seitige Antrag
beinhaltete von unserem Verein und unserem Partner in Indien:
o
Angaben zu Satzungen und
Vereinsregisterauszügen
o
Jahresfinanz- und Prüfberichte
o
Beschreibung der institutionellen Ziele
o
Budget und finanzielle Kapazität
o
Projektbeschreibung
o
Projektziel
o
Finanzierungsplan
o
usw.
Unsere Planung
sah vor, mit dem Projekt am 1.3.2003 zu beginnen und es bis zum 30.6.2004
abzuschließen. Die Gesamtkosten incl. Verwaltungs- und Prüfkosten betragen
73.195 EURO. Unser Verein trägt davon 18.299 EURO. Beim BMZ haben wir den
restlichen Mittelzuschuss von 54.896 EURO beantragt.
Nach
eingehender Prüfung unserer Antragsunterlagen beim Bundesministerium kam am
13.2.2003 ein erster Bescheid, dass wir auf unser eigenes Risiko mit
Eigenmitteln mit den Arbeiten am 1.3.2003 starten dürfen. Daraufhin haben wir
mit unserem Partner in Indien, dem Kathiawar Balashram eine Projektvereinbarung
geschlossen und unterzeichnet. Pünktlich am 1.3.2003 starteten die
Abbrucharbeiten eines alten zerfallenen Gebäudes auf dem Gelände des
Kinderheims. Der Grund und die Fläche für unser neues Gebäude wurde
hergerichtet. Am 7.Mai kam dann der Bescheid, dass für das Projekt 54.896 EURO
im Bundeshaushalt bereitgestellt wurden.
Dank der
hervorragenden Wetterverhältnisse (pünktlicher und ausreichender Monsun in
diesem Jahr) liegt das Projekt heute voll im Plan. Die Koordinierungen der
Arbeiten vor Ort und die Abstimmungen zwischen unserem Partner in Indien und uns
verlaufen optimal.
Der leitende
Architekt Dilip Parekh und unser Partner der Kathiawar Balashram bescheinigten
uns am 25.8.2003, dass der Rohbau fast fertig gestellt ist.
Fertig gestellt sind folgende Teilgewerke:
- Stahlbetonstützen und Fundamente bis zur Sockelebene
- Backsteinmauerwerk und Stahlbetonsockelträger bis zur Sockelebene
- Auffüllung des Sockels mit Murrum, Sockel- und Kalkzementarbeiten im Fußboden
- Backsteinmauerwerk im ges. Erdgeschoss
- Einbau von Tür- und Fensterrahmen aus Teakholz
- Stürze und Vordächer aus Stahlbeton im Erdgeschoss
- Stahlbetondecke und Stahlbetonträger der 1. Geschossdecke
- teilweise das Backsteinmauerwerk im 1. Obergeschoss (z. Zt. in Arbeit)
- teilweise die Stahlbetonstützen im 1. Obergeschoss (z. Zt. in Arbeit)

Stand der Arbeiten im Mai 2003


Im September
haben wir einen Scheck in Höhe von 20.000 EURO für Abschlagszahlungen per DHL
nach Indien geschickt. Zum Jahreswechsel werde ich wie geplant eine
Projektbetreuungsreise antreten. In Indien werden wir dann die Einrichtung des
Gebäudes (Betten, Schulbänke usw. planen, aussuchen und kaufen. Dem pünktlichen
Abschluss dieses Projektes zum 30.6.2004 steht aus heutiger Sicht nichts im
Wege.
Stand der Arbeiten im September 2003

2004:
Das Gebäude für Bildung und Gesundheit,
die „Brücke nach Deutschland“ ist fertig gestellt
Im Zuge dieses zweijährigen Projektes, das wir gemeinsam
mit unserem Partner in Indien durchgeführt haben, wurde auf dem Gelände
des Kinderheims Kathiawar Balashram in Rajkot ein zweigeschossiges Gebäude
errichtet. Ende August war das Gebäude nach einer Bauzeit von 16 Monaten
bezugsfertig.
Im Erdgeschoss
hat das Gebäude 5 ca. 30 qm große Unterrichtsräume für den Nachhilfeunterricht
der Kinder. 3 ca. 15 qm große Räume stehen für Handarbeitsunterricht zur
Verfügung für im Heim lebende behinderte Kinder, die nicht mehr in die
Gesellschaft integriert werden können. 14 Nachhilfelehrer sind bereits seit 3
Jahren im Heim tätig. Ihre Arbeit wird zum Teil von Spendengeldern unseres
Vereins bezahlt.

Im
Obergeschoss des Gebäudes befindet sich eine Gesundheitsstation. Diese umfasst 4
Krankenzimmer mit je 2 Betten und je einem Toilette- und Sanitärraum, einem
Büro- und Arztzimmer, einem Wartezimmer, einem Wachraum für Heimpersonal sowie
einem Raum zur Essensbereitung und zur Medikamentenaufbewahrung. Der Arzt und
das Heimpersonal für diese Krankenstation werden vom Staat bezahlt.
Die gesamten
Roh- und Innenausbaumaßnahme für das Gebäude umfasste alle Material- und
Lohnkosten für die Planung, Statik und Errichtung der folgenden Gewerke:
·
Abriss und Bauschuttentsorgung des alten
Gebäudes „Old Balika Gruuh“
·
Vorbereitung der Fläche für den Neubau
·
der kompletten Rohbau
·
sämtliche Putzarbeiten
·
Estrich und Fliesenbelag auf dem Flachdach
·
Bodenbeläge aus Steinzeug im Erdgeschoss und
Obergeschoss
·
Außenanstrich des Gebäudes mit Zementfarbe
·
Innenanstrich des Gebäudes mit
Kunststofffarbe
·
Fenster und Türen, Elektroinstallation,
Sanitäreinrichtungen, usw.
Auf Grund der
zeitigen Freigabe zum vorzeitigen Einsatz von Eigenmitteln durch das Bundesamt
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe (BMZ) erfolgte der
Projektstart pünktlich am 01.03.2003. Das gesamte Projekt verlief reibungslos
und nach Plan. Es gab bei diesem Vorhaben keine Hindernisse (Erdbeben,
Wassernot) wie sonst üblich bei vorangegangenen Projekten. Ein pünktlicher und
regenreicher Monsun, der die Staudämme füllte, erleichterte die Durchführung.
Alle
vorbereitenden Maßnahmen durch unseren Partner waren zügig abgeschlossen, so
dass mit dem Rohbau schon im April 2003 begonnen werden konnte. Während meiner
Projektreise zum Jahreswechsel 03/04 sah ich einen nach Plan fertig gestellten
Rohbau. Innenarbeiten wie Putz, Fliesen, Anstrich und Fenster wurden gerade
ausgeführt. Sanitär- und Elektrovorbereitungen waren abgeschlossen.
Nach
Fertigstellung des Rohbaus wurden in der ersten Jahreshälfte 2004 die
Restarbeiten beim Innenausbau durchgeführt. Unser Partner hat im Anschluss daran
alle Räumlichkeiten der Bildungs- und Gesundheitsstation mit vorhandenen Möbeln
ausgestattet und noch fehlende Inneneinrichtungen dazugekauft.

Durch die zur
Verfügung stehenden Unterrichtsräume im Erdgeschoss des neuen Gebäudes und den
permanenten Einsatz von Nachhilfelehrern außerhalb der Schulzeit wird die
Bildungssituation der Kinder, die neu ins Kinderheim kommen und auch derer, die
bereits im Kinderheim sind verbessert. Vielen Kindern die ins Kinderheim kommen
fehlt es an akademischer und sozialer Basis um erfolgreich ins öffentliche
Schulsystem integriert zu werden. Wir wollen den Kindern unter anderem in Form
von zusätzlichem Unterricht helfen, das eigene Schicksal selber zu beeinflussen
und zu verbessern. In den kleineren Klassenräumen im Erdgeschoss des neuen
Gebäudes erteilen private Nachhilfelehrer in kleineren Gruppen Unterricht.
Dieser Unterricht wurde bisher mit unserer Unterstützung draußen auf dem
Kinderheiminnenhof praktiziert. Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt,
dass einer reibungslosen Integration der Kinder ins herkömmliche Schulsystem
dann nichts mehr im Wege steht. Sind die Kinder dann ins Schulsystem integriert,
soll lernschwache Kinder auch weiterhin im Heim eine kontinuierliche
Unterstützung im Laufe der Ausbildung begleiten. Staatliche Schulen in Indien
haben z.T. Klassenstärken mit bis zu 100 Schülern und einem überforderten oft
sogar nicht ausgebildeten Lehrer. Hinzu kommt die materiell sehr schlechte
Ausstattung der Schulen.

In den Putz eingelassen steht der Name des Gebäudes
"Bridge to Germany".
Durch den Bau der Gesundheitsstation im
Obergeschoss des neuen Gebäudes hat sich die Pflege kranker Heimbewohner stark
verbessert. Bisher untersuchen Ärzte die Kinder im Heim unter freiem Himmel. Gab
es dann kranke Kinder, gar mit ansteckenden Krankheiten, mussten diese innerhalb
ihrer Gruppen in ihren Häusern bzw. Schlafsälen auskuriert werden. Im
Obergeschoss des neuen Gebäudes ist eine Arztpraxis mit einer Gesundheitsstation
eingerichtet worden. Hier kommt regelmäßig einmal pro Woche bzw. auch nach
Bedarf ein Arzt, der die Kinder untersucht und behandelt. Gängige Medikamente
werden hier ebenfalls aufbewahrt, sind somit ständig verfügbar und können bei
Bedarf ausgeteilt werden. Kranke Kinder können in den jetzt vorhandenen
Krankenzimmern zur Pflege und Genesung getrennt von ihren Gruppen untergebracht
werden. Die Ansteckungsgefahr wird somit minimiert.
Alle Rechnungen und die Bücher zu dem gesamten
Projekt wurden von dem staatlich anerkannten und unabhängigen Buchprüfer R. K.
Doshi & Co. geprüft. Die Gesamtkosten, Planung, Statik, Rohbau, Innenausbau und
Möblierung betrugen 85.631,90 €. Vom Bundesamt für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe in Bonn haben wir einen Zuschuss von
54.896,00 € erhalten. 30.735,90 € wurden mit Spendengeldern aus Indien und
Deutschland finanziert.

Eine
Marmortafel über dem Haupteingang verweist auf die Unterstützung des BMZ und die
der Freunde und Förderer aus Deutschland und den Verwendungszweck des Gebäudes.
