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Zahlen - Daten - Fakten - Hilfe 1999

In diesem Jahr blieb im zweiten Jahr hintereinander der Monsunregen in der Region um Rajkot aus. Viele arme Menschen verließen die Stadt. Sie hatten kein Geld um Wasser zu kaufen. Ja selbst die Heimleitung überlegte, einen größeren Teil der Kinder in anderen Heimen weit entfernt von Rajkot unterzubringen. Mitglieder unseres Vereins haben im September 20.000,- DM an Spendengelder zum Kinderheim nach Rajkot und 5.000,- DM zum Altenheim nach Tvlorvi geschickt. Ein Teil des Geldes verwandte die Heimleitung für den Kauf von täglich 8 Tankwagen Wasser. Diese wurden aus entfernten Wasserspeichern mit Traktoren angeliefert.

Tägliche Wasseranlieferung (für 270 Kinder) mit einem Traktor

Alle Kinder und Senioren konnten in den Heimen bleiben. Seit Ende September mit Ende der Regenzeit ist nun die Regierung in Delhi verpflichtet Wasser mit Zügen heranzuschaffen. Ebenfalls wurde mit dem Bau einer Pipeline begonnen. Mit deren Fertigstellung ist in 2 Jahren zu rechnen.

 

Zahlen - Daten - Fakten - Hilfe 2000

Am 11. Mai 2000 hat Indiens Bevölkerung die Milliardengrenze überschritten. Experten prognostizieren, dass Indien in 50 Jahren 1,5 Milliarden Einwohner zählen könnte und sogar China überholen würde.

Täglich werden zurzeit in Indien 42.000 Babys geboren. Ein Drittel dieser Babys wird wahrscheinlich mit Aids infiziert sein. Wie viele von ihnen werden ohne Eltern aufwachsen müssen? Aids ist eine der größten Herausforderungen auf gesundheitlichem Gebiet, denen Indien gegenübersteht.

Als Indien 1948 unabhängig wurde, zählte das Land 300 Millionen Menschen. Viele Erfolge, die Indien seither erreicht hat, wurden von dem rasanten Bevölkerungswachstum wieder aufgehoben: die Produktion von Lebensmitteln hat sich verdreifacht, dennoch müssen immer noch viele Menschen hungern.

Durch Ihre Mithilfe und Opferbereitschaft haben Sie viele Lichter der Hoffnung angezündet. Sie haben der Heimleitung des Balashram auch im Jahr 2000 wieder die Hände gefüllt und diese können Ihre Hilfe weitergeben an die 300 elternlosen Kinder im Heim.

Unser Verein besteht nun vier Jahre, die Zahl der aktiven Mitglieder ist auf 17 Familien, die Zahl der Fördermitglieder auf über 100 Familien bzw. Einzelpersonen gestiegen. 70 Mitglieder haben feste Patenschaften übernommen.  Die Höhe der Paten- und Spendengelder betrug in diesem Jahr ca. 30.000 DM. Der prozentuale Anteil der Ausgaben (wie Porto, Verwaltung usw.) zu den Einnahmen machte auch im Jahr 2000 lediglich 1,5% aus. Demnach kamen 98,5% aller Spenden den Kindern zugute. An dieser Stelle auch ein Dankeschön an alle ehrenamtlichen Mitglieder.

Mit Erfolg wurde auch unser erstes großes Projekt abgeschlossen. Ende März bekamen wir die Abschlussunterlagen aus Indien.

Mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe, BMZ  konnte ein Gebäude saniert werden, in dem jetzt 50 Kinder im Alter zwischen 3 und 8 Jahren untergebracht sind (Bericht in der Ausgabe 1999). Dach, Fenster, Böden, Elektroinstallation und Sanitäreinrichtungen wurden erneuert.

Vom BMZ bekamen wir einen Zuschuss von 23.400,- DM. Die gesamten Investitionen beliefen sich auf 42.644,60 DM. 19.244,60 DM waren Spenden, unter anderem von Schülern, Lehrern und Eltern der Bergschule Singen. Dort wurden 1999 bei einer Sponsoren-Ralley stolze 14.300 DM eingefahren.


Alle Unterlagen zum Projekt (Angebote, Rechnungen usw.) wurden von einem staatlich anerkannten und von der deutschen Botschaft zugelassenen indischen Buchprüfer geprüft. Anschließend erfolgte unsere Prüfung und die Zusammenstellung aller Unterlagen zur Weitergabe an das BMZ.

Die große Freude und Dankbarkeit der Kinder, Erzieher und der Heimleitung in Indien über die Hilfe der Freunde aus Deutschland und der Erfolg unseres ersten gemeinsamen großen Projektes spornt alle Aktiven an das nächste Projekt zu planen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kinder vor dem Eingang ihres neuen Hauses

Zahlen - Daten - Fakten - Hilfe 2001

Pest, Zyklone und jetzt das Erdbeben. Das verheerende Erdbeben im Januar war nicht die erste Katastrophe, die die Region Gujarat im Westen Indiens heimgesucht hat. 1998 wurden bei einem Zyklon bis zu 1000 Menschen von einer Flutwelle getötet. 1994 brach in der Stadt Surat die Pest aus. Etwa 100 Menschen starben.

Gujarat ist einer der 32 indischen Bundesstaaten und Territorien und liegt an der Westküste, nördlich der Hafenstadt Bombay (Kartenausschnitt Deckblatt). In Europa ist Gujarat als Heimat des indischen Freiheitskämpfers Mahatma Gandhi bekannt. Mit einer Fläche von 196.000 Quadratkilometern ist Gujarat mehr als halb so groß wie Deutschland und hat 48 Millionen Einwohner. Ahmedabad, mit drei Millionen Einwohnern die größte Stadt, war vom Beben besonders schlimm betroffen. Nur ca. 200km entfernt von Ahmedabad liegt die Stadt Rajkot mit ca. 1,2 Mio. Einwohnern und dem Kinderheim Kathiawar Balashram.

Das Beben vom 26. Januar 2001 hatte nach Angaben des Meteorologischen Instituts eine Stärke von 7,7 auf der Richterskala. Es starben mehr als 30.000 Menschen, Hunderttausende sind noch immer obdachlos. Seit dem Hauptbeben sind 234 Nachbeben registriert worden. Mindestens fünf davon hatten eine Stärke von mehr als fünf auf der Richterskala.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

            Sie alle können sich sicher noch an diese schrecklichen Bilder erinnern.

 

Einige Gebäude des Kinderheims in Rajkot und des Altenheims in Morvi zeigten gefährliche Risse. Alle 300 Kinder verbrachten mit der Heimleitung aus Angst die Nächte unter freiem Himmel. Telefonisch erkundigten wir uns anfangs fast täglich bei der Heimleiterin Ashaben Shah nach der Situation. Wir stellten dem Balashram 7.670 EURO Soforthilfe zur Verfügung. Von diesem Betrag wurden beschädigte Gebäude instand gesetzt und Wasser gekauft. Dieses wurde mit Tanklastzügen aus ferneren Regionen angeliefert.

Damit die Kindern im Heim trotz zerstörter Schulen und ausfallendem Unterricht auch weiterhin lernen können, wurden 14 Nachhilfelehrer angestellt. Diese kommen seid Anfang des Jahres täglich ins Kinderheim und geben dort Unterricht. Für diese Bildung der Kinder, die im ersten Schritt ein Jahr dauern soll, überwiesen wir weitere 6.500 Euro nach Indien.

Für die unermüdliche Hilfe von fast 140 Familien und Einzelpersonen, Freunde und Förderer des Kinderheims Kathiawar Balashram, die Sie den Waisen und Erdbebenopfern geschenkt haben, möchten wir uns im Namen der Kinder und der Heimleitung herzlich bedanken.

Unser Verein zählt im 5. Jahr seines Bestehens 16 aktive Mitgliedsfamilien. 84 Familien und Einzelpersonen haben feste Patenschaften übernommen. Die Höhe der Paten- und Spendengelder betrug in diesem Jahr 13.840 EURO. Der prozentuale Anteil der Ausgaben (wie Porto, Verwaltung, Bankgebühren usw.) zu den Einnahmen machte auch im Jahr 2001 lediglich 1,5% aus. Da die Kosten von Zinseinkünften nahezu ausgeglichen wurden, kamen fast 100% aller Spenden den Kindern zugute. Alle anfallenden Aktivitäten werden von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern erbracht.

Zahlen - Daten - Fakten - Hilfe 2002

Im zurückliegenden Jahr ist zum ersten Mal seit nunmehr 4 Jahren während der Monsunzeit Regen gefallen, so dass sich der ständige Wassernotstand für kurze Zeit entspannt hat. Die gefallenen Wassermengen reichen leider nur für 4 Monate. Hier unterstützen wir das Kinderheim beim Zukauf von Wasser, welches in Form von täglichen Tankzulieferungen im Heim ankommt.

Auch unterstützten wir das Heim für eine Brunnenbohrung. Dies war der Versuch auf dem Heimgelände ein bestehendes versiegtes Bohrloch zu vertiefen, um dadurch die Wassernot zu verringern und vor allem unabhängiger zu werden. Dieses Bohrloch ist nun 700 Meter tief. Das Wasser, auf das man stieß ist leider ölhaltig und für den Verzehr nicht geeignet. Es wird nun für Pflanzen, Blumen und Bäume auf dem Kinderheimgelände genutzt.

Die 14 Nachhilfelehrer, die im letzten Jahr mit unserer Unterstützung angestellt wurden, um die Kinder nachmittags im Kinderheim zu unterrichten (siehe hierzu auch Bericht Großprojekt), haben wir auch in diesem Jahr mit 10.000 EURO finanziert.

Alle weiteren Erdbebenschäden (an Gebäuden innerhalb des Kinder- und Altenheims) wurden mit Hilfe unserer Spenden zu einem großen Teil beseitigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf unserer Reise nach Indien im März dieses Jahr hatten wir neben den Paten- Fördergeldern wieder viele Spendengelder und Geschenke im Gepäck. Größere gesammelte Beträge waren vom Lessinggymnasium Neu-Ulm und der GHWRS Bergschule Singen.

Eine tolle Idee hatte Frau Hügle aus Ehingen. Sie hat zugunsten des Kinderheims an ihrem 60. Geburtstag auf Geschenke verzichtete und uns 600 € mit auf den Weg gegeben. Frau Hügle hörte auf der Geburtstagsfeier ihrer Schwester vom Kinderheim. Sie ist selbst Mutter und Oma und möchte von ihrem Glück etwas an die Kinder im Heim abgeben. So festigte sich bei ihr die Idee, sich Geld zu wünschen und dieses den Kindern im Kathiawar Balashram zu schenken.

Auch Hörgeräte, Medikamente und viele große und kleine Dinge füllten unsere Koffer. Von einem Teil der Spenden wurden mit Ashaben in Rajkot unter anderem 280 neue Schultaschen und ein neuer Kühlschrank gekauft.

Die Arbeit, die unsere Freunde in Indien im Kinderheim und im Altenheim leisten, ist oft sehr hart und wirklich bewundernswert – sie setzen sich voll und ganz für die Armen und Bedürftigen ein. Wir konnten uns in diesem Jahr wieder einmal davon überzeugen, dass der Einsatz unserer indischen Freunde viel bewirkt, dass überall Fortschritte gemacht werden und dass die Hilfe von den Freunden und Förderern aus Deutschland in höchst wirkungsvoller Weise eingesetzt wird und wirklich bei den Kindern und alten Menschen ankommt. Wir haben aber auch gesehen, dass es noch viel zu tun gibt und unsere Freunde dort weiterhin auf Hilfe angewiesen sind – auf unsere Hilfe!

Zweihundertachtzig Schultaschen und einiges mehr...

Ob sie nun auch ihre Schulmappen überladen und unter deren Last ihre  Wirbelsäulen schädigen?

Bei uns muss es schon der Kult-Schulranzen von „McNeill“ oder „Eastpak“ sein, ergänzt durch eine reich gefüllte Schultüte, wenn die Kleinen zu ihrer ersten Schulstunde stolz mit Mami bzw. Papi in der Grundschule anrücken.

Unsere Heimkinder haben’s da leichter; bisher hatten die nämlich häufig kaum eine ordentliche Mappe, wenn sie vom Balashram aus in Gruppen zu den öffentlichen Schulen der Stadt Rajkot gingen. Wenn sie dort dann tolle Schulmappen sahen, na ja, man kann ja nicht alles haben...

In der neuen, unter Mithilfe des Balashram entstandenen Privatschule, einer „besseren“ Schule, wären diese „armeleuteüblichen“ Stoff- oder auch Plastikbeutel sogar ein Skandal...

Was lag näher als allen eine ordentliche Tasche zu beschaffen? 280 Stück à 100 Rupien, das geht ins Geld! Und genau das brachten Freunde des Balashram an Ostern: 1 500 DM (ca. 767 €), gesammelt beim Weihnachtsbasar des Lessing-Gymnasiums Neu-Ulm.

Dazu wurden noch Kleider und ein Kühlschrank angeschafft.

Also, eine hübsche, sicher nie zu volle und schwere Schultasche, Kleidung und nach der Schule, bei immer noch 40 Grad im Schatten ein kühler Schluck Wasser ... - den Neu-Ulmer Schülern und der Familie Brosthaus, die diese Einkäufe an Ort und Stelle tätigte, sei Dank!


Herbert Schumann