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Zweihundertachtzig Schultaschen und einiges mehr... Ob sie nun auch ihre Schulmappen überladen und unter deren Last ihre Wirbelsäulen schädigen? Bei uns muss es schon der Kult-Schulranzen von „McNeill“ oder „Eastpak“ sein, ergänzt durch eine reich gefüllte Schultüte, wenn die Kleinen zu ihrer ersten Schulstunde stolz mit Mami bzw. Papi in der Grundschule anrücken. Unsere Heimkinder haben’s da leichter; bisher hatten die nämlich häufig kaum eine ordentliche Mappe, wenn sie vom Balashram aus in Gruppen zu den öffentlichen Schulen der Stadt Rajkot gingen. Wenn sie dort dann tolle Schulmappen sahen, na ja, man kann ja nicht alles haben... In der neuen, unter Mithilfe des Balashram entstandenen Privatschule, einer „besseren“ Schule, wären diese „armeleuteüblichen“ Stoff- oder auch Plastikbeutel sogar ein Skandal... Was lag näher als allen eine ordentliche Tasche zu beschaffen? 280 Stück à 100 Rupien, das geht ins Geld! Und genau das brachten Freunde des Balashram an Ostern: 1 500 DM (ca. 767 €), gesammelt beim Weihnachtsbasar des Lessing-Gymnasiums Neu-Ulm. Dazu wurden noch Kleider und ein Kühlschrank angeschafft. Also, eine hübsche, sicher nie zu volle und schwere Schultasche, Kleidung und nach der Schule, bei immer noch 40 Grad im Schatten ein kühler Schluck Wasser ... - den Neu-Ulmer Schülern und der Familie Brosthaus, die diese Einkäufe an Ort und Stelle tätigte, sei Dank!
Beispielhafte Aktivitäten zu Gunsten des Balashram Die Idee Bergschüler radelten und scateten für indisches Kinderheim
Eine ganze Schule startete eine Aktion zugunsten der Kinder
im Kathiawar Balashram. In zwei Durchläufen von je 45 Minuten galt es, möglichst
viele Runden auf Inlinern oder dem Fahrrad zurückzulegen, denn jede Runde wurde
von einer Jury gezählt. Sponsoren, die sich die Schüler vorher mit Unterschrift
und Spendenzusage pro Runde selbst gesucht hatten, wurden danach zur Kasse
gebeten. Und der Erfolg kann sich sehen lassen, denn insgesamt wurden mit diesem
Projekt der Bergschule Singen 14.300 DM für unser Kinderheim
eingefahren.
Die Organisatoren Danke .....
Volker Mielke
SCHÜLERPATENSCHAFT Eine Brücke nach Indien Monatlich je eine Mark von ihrem Taschengeld wollen die Kinder der Klasse 5a der Grundschule Morschen für eine Patenschaft zu einem indischen Kind locker machen. MORSCHEN • „Kinder der Welt" war das Gesellschaftslehre-Thema, mit dem sich alle Schüler der fünften Förderstufe an der Georg-August-Zinn-Schule in Morschen beschäftigten. Das Augenmerk dabei hatten die Lehrer besonders auf Kinder in der Dritten Welt gelenkt.
Die Mädchen und Jungen der Klasse 5a wollten aber genau wissen, was aus ihren 433 Mark Spendengeldern werden sollte, die sie nach einer Halloween-Party gesammelt hatten. Noch während sie über die Zweckbestimmung diskutierten, so Klassenlehrer Dieter Happel, seien die Schüler auf den HNA-Bericht (15. November) über den kleinen Patrick aus Gensungen aufmerksam geworden, der bei einem schweren Stromunfall beide Arme verloren hatte. „Voller Betroffenheit spendeten sie ihm dann das gesammelte Geld", so Happel weiter.
Teil vom Taschengeld Den Gedanken an die benachteiligten Kinder in der Dritten Welt hätten die zehn- bis elfjährigen Morscher aber trotzdem nicht aufgegeben. Jeder von ihnen hatte sich vorgenommen, monatlich eine Mark von seinem Taschengeld für eine Patenschaft zu einem Kind in einer der ärmsten Regionen der Erde zu spenden. Jan Stocklasa, einer der 22 Schüler der 5a, nutzte deshalb die Kontakte seiner Mutter Susanne zum Amt für kirchliche Dienste in Melsungen. Dort arbeitet Uwe Degenhardt, der auch Vorstandsmitglied im Verein der „Freunde und Förderer des Kinderheimes Kathiawar Balashram, Indien" ist. Auf Einladung der Schule kam Degenhardt vorige Woche zum Unterricht nach Morschen, um eine Patenschaft mit einem indischen Kind in die Wege zu leiten. Von Spenden abhängig Mit Dias und einer Videovorführung zeigte er den aufmerksamen Schülern das problematische Leben und die religiösen Eigenarten der Inder. Er schilderte ihnen, wie diszipliniert die rund 280 Waisenkinder im 1911 gegründeten Kinderheim in Rajkot, einem Ort im indischen Bundessstaat Gujarat, leben und erläuterte deren große Spendenabhängigkeit. „Für umgerechnet 100 Mark kann ein Kind ein ganzes Jahr lang im Balashram ernährt werden. Für nur 300 Mark können alle seine Unterhaltskosten gedeckt werden", erklärte Degenhardt der spendenwilligen 5a. Demnächst wollen die Schüler gemeinsam mit Degenhardt, der alle Waisen im Balashram kennt, entscheiden, welchem Kind die Morscher Schülerpatenschaft zuteil werden soll. Sind dann alle organisatorischen Fragen geklärt, werden die Morscher Schüler mit einem ersten Briefwechsel die humanitäre Brücke ins indische Rajkot schlagen. Im Rahmen der Gesellschaftslehre nahmen übrigens auch die Mädchen und Jungen der Klassen 5b und 5c an unterrichtsbegleitenden Aktionstagen teil. Sie malten Plakate, bauten Informationswände auf und sammelten Geld. Insgesamt kamen sie auf 1823 Mark, die den Hurricane-Opfern in Nicaragua über die Hilfsorganisation Misereor gespendet wurden. (zgr)
2 Schüler symbolisieren mit ihren Händen den Brückenschlag von Morschen ins indische Rajkot.
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