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Gebäudesanierung
 

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Ein neues Haus für 50 Waisen

Das BMZ fördert Projekte in der Regel mit 75% der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Für die erste Antragstellung, die frühestens nach 3-jährigem Bestehen eines Vereins durchgeführt werden darf, kommt nur ein Kleinvorhaben mit einer max. Fördersumme von 50.000 DM in Frage. Ein solches Projekt war die Renovierung eines Gebäudes auf dem Gelände des Kinderheimes. Dieses Gebäude konnte aufgrund des schlechten Zustands nicht mehr ganzjährig von den Kindern bewohnt werden. Während der Regenzeit sind sie aufgrund ihrer maroden Dächer unbewohnbar.

Also machten wir uns an die Arbeit. Zunächst wurden BENGO-Seminare besucht, um etwas über die Antragstellung und den Formalismus während der Abwicklung solcher Projekte zu lernen. Nach diesem Seminar waren wir dann schlauer und legten los. Die Antragsphase begann. Gemeinsam mit unserem indischen Partner dem Kinderheim Kathiawar Balashram in Rajkot feilten wir an der Projektidee. Während eines Aufenthaltes im Frühjahr 1998 nahmen wir bereits gemeinsam mit der Heimleitung das marode unter die Lupe. Weitere 6 Häuser auf dem Kinderheimgelände sind in einem guten Zustand. Wir erkannten schnell, wenn dieses Haus nicht dringend renoviert wird, können dort schon bald keine Kinder mehr untergebracht werden. Die Bewohner waren ca. 50 Waisen im Alter zwischen 3 und 8 Jahren.

Dieses Haus ist eingeschossig mit Satteldach und Tonziegeleindeckung. Die Dachkonstruktion aus Holzpfetten und Holzsparren ist von der hohen Luftfeuchtigkeit teilweise verfault. Die aufliegenden Tondachziegel sind löchrig. Während der Regenzeit kann dieses Gebäude bereits nicht mehr genutzt werden. Die Kinder müssen dann für ca. 3 Monate auf andere Gebäude verteilt werden. Es ist nicht sehr menschenwürdig. Erziehung, Hygiene und Gesundheit kommen zu kurz.

Fotos und Aufmasse für unseren Antrag wurden gefertigt. Der Balashram holte von mehreren indischen Firmen Angebote ein. Architekten zeichneten Pläne. Zunächst wurde das Satteldach des Gebäudes abgetragen. Danach wurden Eisenträger auf die Mauern des Untergeschosses montiert. Auf und zwischen diese Eisenträger wurde eine Betondecke gegossen. Später wurde diese Decke mit Fliesen abgedichtet. Diese Bauweise ist in diesen Breitengraden typischer, als die mit einem schnell verrottendem Satteldach. Darüber hinaus bietet diese Bauweise bauphysikalische Vorteile, da sich die darunter liegenden Räume in der heißen Jahreszeit nicht so stark aufheizen. Die Komplettsanierung des Gebäudes umfasste alle Material- und Lohnkosten, Abriss und die Entsorgung des alten Daches, die Betondecke mit Eisenträgern, Brüstungsmauern auf der Betondecke, Putzarbeiten, Ausbesserung und Reparatur der Grundmauern, Estrich und Fliesen auf dem Betondach, den neuen Bodenbelag aus Steinzeug im Erdgeschoss, den Außen- und Innenanstrich des Gebäudes und der Fenster sowie die Erneuerung der Elektroinstallation und der Sanitäranlagen.

Die gesamte Projektmappe wurde zur Vorprüfstelle BENGO nach Bonn geschickt. Nach eingehender Überprüfung und Nachreichung einiger Unterlagen leitete BENGO den Antrag im April 99 an das Bundesministerium weiter. Ende Juni 1999 bekamen wir dann von dort unseren ersten Bewilligungsbescheid. War das eine Freude. Die Mühe hatte sich gelohnt. Eine Projektvereinbarung wurde mit dem Kinderheim geschlossen. Es konnte also losgehen. Der Geldtransfer erfolgte über DHL in Form eines Verrechnungsschecks, der in Indien durch den Balashram eingelöst wurde. Mit Erfolg wurde dann unser erstes größeres Projekt abgeschlossen. Ende März bekamen wir die Abschlussunterlagen aus Indien.

Vom BMZ bekamen wir einen Zuschuss von 23.400,- DM. Die gesamten Investitionen beliefen sich auf 42.644,60 DM. 19.244,60 DM waren Spenden, unter anderem von Schülern, Lehrern und Eltern der Bergschule Singen. Dort wurden 1999 bei einer Sponsoren-Ralley stolze 14.300 DM eingefahren.
 

Projektzeitraum

Finanzierungsanteil unseres Vereins

Finanzierungsanteil des Kinderheims

Zuwendung des Ministeriums

Gesamtausgaben

1999 / 2000

10%

15%

75%

100%

01.06.99-31.03.00

3.120 DM

4.680 DM

23.400 DM

31.200 DM


Alle Unterlagen zum Projekt (Angebote, Rechnungen usw.) wurden von einem staatlich anerkannten und von der deutschen Botschaft zugelassenen indischen Buchprüfer geprüft. Anschließend erfolgte unsere Prüfung und die Zusammenstellung aller Unterlagen zur Weitergabe an das BMZ.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Kinder vor ihrem neuen Haus

Die große Freude und Dankbarkeit der Kinder, Erzieher und der Heimleitung in Indien über die Hilfe der Freunde aus Deutschland und der Erfolg unseres ersten gemeinsamen großen Projektes spornt alle Aktiven an das nächste Projekt zu planen.